Wer begleitet mich bei einer Geburt?

Wer begleitet mich bei einer Geburt?

Hilfe, ich finde keine Hebamme!

Schon am Anfang meiner Schwangerschaft hatte ich Angst, dass ich mich einfach zu spät entschieden habe, wo ich meine Tochter zur Welt bringen möchte. So habe ich recht schnell nach dem positiven Schwangerschaftstest das Geburtshaus rausgesucht und eine Mail dorthin geschrieben. Dann kam die Weihnachszeit und ich habe für mich lange nichts gehört. Ich wollte nicht länger warten, also hab ich eine Hebamme direkt angeschrieben und wir haben für das nächste Jahr einen Termin gemacht. Ich war erstmal erleichtert einen Kontakt bekommen zu haben.

Eine Hebamme zu finden ist nicht einfach. Ich hatte Glück.

Weißt du, wo du dein Kind gebären möchtest? Weißt du welche Möglichkeiten du hast?

Im Krankenhaus:

Hier hast du die Möglichkeit dir eine Beleghebamme an die Seite zu holen. Normalerweise ist es so, dass wenn du ins Krankenhaus gehst die Hebamme da ist, die gerade Dienst hat und wenn auch noch mehrere Gebärende da sind, du dir die Hebamme mit 1 oder 2 anderen teilen musst. Das hört sich erstmal nicht so dramatisch an, jedoch solltest du bedenken, dass eine Geburt positiver abläuft, wenn du Ruhe hast und dich sicher fühlst. Überlege dir also, ob du dich sicher fühlen kannst, wenn du dich unsicher fühlst und Unterstützung wünscht und du warten sollst, da die Hebamme gerade beschäftigt ist.

Eine Beleghebamme kann hier eine gute Lösung sein. Sie weiß durch Gespräche und ggf. auch die Vorsorge mit dir, was du dir für die Geburt wünscht und wie sie dich am Besten unterstützen kann.

Du solltest dich auf die Kosten für die Rufbereitschaft einstellen. Einige Krankenkassen erstatten einen Teil dieser Kosten.

Im Geburtshaus:

Meine erste Tochter habe ich im Geburtshaus geboren. Ein Ort, andem bei uns nur Hebammen arbeiten. Meine Hebamme und eine weitere mir bekannte Hebamme waren bei der Geburt dabei. Du kannst dir ein Geburtshaus ähnlich einer kleinen Wohnung vorstellen. Bei uns gab es verschiedene Räume. Einen mit Geburtspool und einen mit Bett, Gebärhocker und Tuch von der Decke. Weitere Räume konnte ich auch während der Geburt nutzen: Toilette, großer Raum, kleine Küche. Jedoch habe ich mich vor allem in diesen beiden Räumen aufgehalten und mich wohlgefühlt. Ich habe eigene Musik, Bilder und Dinge mitgenommen, von denen ich dachte, dass sie mir gut tun könnten.

Für mich war wichtig, dass eine mir bekannte Person bei mir ist und ich weiß, wer sich in den Räumen befindet und nicht plötzlich jemand fremdes durch Schichtwechsel wie im Krankenhaus plötzlich zur Tür herein kommt.

Für mich und mein Baby war es die richtige Entscheidung.

Zu Hause

Meine zweite Tochter habe ich zu Hause geboren. Noch ein Weg weiter zu mir. Auch hier war meine Hebamme bei der Geburt dabei und auch die zweite war für mich bekannt.

Ich habe mich einfach wohl gefühlt und mir den Ort so gestaltet wie ich das für mich brauchte. Die Anfangswehen habe ich bei uns um den großen Wohnzimmertisch verarbeitet. Bin gelaufen und es ging mir gut damit.

Im Badezimmer hatte ich mit einen Geburtspool aufgestellt und in meinem „Geburtszimmer“ hatte ich ein Tuch unter der Decke angebracht.

Bilder, Musik und Düfte habe ich so gestaltet, wie es mir gut tat. Meine Hebamme habe ich dann angerufen, als mir nach Unterstützung war.

Diese Art mein Baby zu bekommen war für mich richtig und gut. Ich habe mich sicher gefühlt und gut aufgehoben.

Mein Mann

Neben meiner Hebamme war mein Mann von besonderer Bedeutung für mich bei der Geburt. Er war da und hat mir Sicherheit vermittelt. Er war bei den Vorsorgen dabei und wusste auch, was für mich wichtig war.

Eine Doula

Immer mehr lese ich davon, dass Frauen sich für die Begleitung einer weiteren Frau entscheiden, einer Doula. Eine Doula ist nur für die seelische Unterstützung der Frau da. Bereits im Vorfeld werden absprachen getroffen und auch im Nachhinein wird die Geburt nachbesprochen. Mutter und Kind stehen hier auch im Mittelpunkt.

Eine Doula leistet jedoch keine medizinische Unterstützung, so dass eine Begleitung nur durch eine Doula nicht möglich ist.

Ich denke, dass eine Doula eine gute Unterstützung sein kann, wenn eine Frau sich für eine Krankenhausgeburt entscheidet. In dem Fall hat sie eine Bekannte an ihrer Seite, die Mut machen kann und Sicherheit gibt, wenn die Hebamme nicht vor Ort ist.

Egal für welchen Ort du dich entscheidest: Es ist wichtig, dass du dich sicher und geborgen fühlen kannst. Das du dich so wohl fühlst, dass du dein Baby gebären möchtest.

Für welchen Ort entscheidest du dich? Wie bist du zu deiner Entscheidung gekommen?

Stoppen ist erlaubt!

Stoppen ist erlaubt!

Ich habe gerne gruselige Filme geschaut. Mitlerweile weiß ich, dass sie mir nicht gut tun und ich habe mir angewöhnt diese entweder nicht zu schauen oder nur aufgenommen, so dass ich wenn mir danach ist auf Stopp drücken kann oder auch weiterspule.

Ich habe mir die letzte Staffel von Game of Thrones aufgenommen und angefangen anzusehen. Eigentlich wolltee ich schon früher ins Bett. Doch noch ein paar Minuten weiter schauen. Wie geht es weiter? Es kann doch jetzt nicht die ganze zeit nur gekämpft werden.

Puh, ist das anstrengend. Mein Herz schlägt schneller. Mein Bauch fängt an zu grummeln. Ich werde nervös.

Genauso ging es mir als ich 2015 mit meiner ersten Tochter schwanger war. Plötzlich kamen verschiedene Frauen in mein Leben, die Schwierigkeiten hatten in ihren Schwangerschaften oder ihren Geburten. Leider fehlte ihnen das taktgefühl, dass einer gerade Schwangeren zu erzählen.

Ach weißt du…

Und plötzlich geriet ich aus meinem Gleichgewicht. Bekam Angst, dass das Baby in mir doch nicht zu mir will. Das ich falsch bin und das meine Entscheidungen für eine Geburtshausgeburt falsch sind, denn es kann ja so viel passieren.

Ja, ich glaube, dass eine schwangere oder eine gerade entbundene Frau andere Frauen triggert. Das das was da hoch kommt auch seine Berechtigung hat und seinen Ort braucht. Jedoch nicht bei einer Frau die gerade schwanger ist und sich auf ihr Baby freut. Hier gibt es andere Menschen, die das auffangen können.

Ich als Schwangere hätte schöne Geschichten gebraucht und noch viel mehr „Bemutterung“. Ich meine damit nicht Bevormundung, sondern Anerkennung für den körperlichen Marathon, ein in den Arm nehmen, gutes Essen oder weniger Hausarbeit… natürlich in Absprache! Noch viel mehr ist das natürlich nötig, wenn das Baby dann da ist.

Es hat mich viel Kraft gekostet, wieder zu mir zu finden. In mein Vertrauen zu mir und meinem Körper.

Wie schön wäre es doch gewesen ohne dieses-doch es war auch eine Lektion für mich: Ich darf andere Stoppen! Ich muss mir nicht alles anhören und schon gar nicht zu jeder Zeit. Dafür gibt es andere! Ich darf das höflich oder auch unhöflich klar machen, dass mir das gerade zu viel ist. Ich darf sagen was ich möchte und was nicht.

Das ist auch ein Schritt zu dir. Ein Schritt zu deiner Klarheit. Ein Schritt zu dem, was du möchtest und nicht möchtest.

Was möchtest du? Wie geht es dir mit den Erzählungen anderer?

Ich plane eine Schwangerschaft

Ich plane eine Schwangerschaft

Immer das unplanbare vor Augen und das Bedürfnis mein Leben in der eigenen Hand zu halten bzw. zu behalten.

Vor meiner ersten Schwangerschaft habe ich mich bereits mit dem Geburtsort befasst. Wo möchte ich, dass mein mögliches Kind zur Welt kommt. Im Grunde nur mit dem Wissen, dass Geburten im Krankenhaus stattfinden – das war für mich von Anfang an ausgeschlossen, wenn es mir und dem Baby gut geht. Doch welche Alternativen gibt es? Zu Hause? Und wenn dann was passiert, doch hier ins Krankenhaus? Nein, das wollte ich nicht. Meinchmal ist ja dann doch Glück dabei, denn im Fernsehen kam ein Bericht über Geburtshäuser. So habe ich mich auf die Suche begeben und tatsächlich eins gefunden, dass eine halbe Stunde entfernt ist.

Also Kontakt zum Geburtshaus aufgenommen und mir eine Hebamme ausgesucht und diese dann doch direkt angeschrieben. Ich war ca. in der 5. Schwangerschaftswoche und hatte Angst, dass ich bereits zu spät war. Ein tatsächlicher Kontakt erfolgte erst in der 12. Woche. Mitlerweile würde ich da eher darauf achten, dass der Kontakt schon früher ist, denn was viele nicht wissen ist, dass jede Frau auch Anspruch auf eine Hebamme hat, wenn das Baby geht. Außerdem ging es mir in den ersten Wochen nicht gut und da wäre eine Hebammenunterstützung auch super gewesen.

Doch bis zur Schwangerschaft und diesem Termin ging es ja nicht einfach so. Für mich sind zwei Aspekte von besonderer Bedeutung, dass ich direkt schwanger wurde, als wir es wollten.

Ich habe ein Jahr vorher mit einer Entspannungspädagogikausbildung angefangen. Nicht nur die Vermittlung von Entspannung stand da im mittelpunkt, sonder vor allem die eigene Erfahrung mit der Entspannung zu sammeln und zu vertiefen – das ausprobieren, was wir anderen vermitteln wollen. Ich durfte viel über mich und meinen Körper lernen. Mein ganzes System hat sich beruhigt und ich bin näher zu mir gekommen.

Der zweite Baustein war die Craniosacrale Therapie, die ich dank meines Zahnarztes machen konnte. Ich kniersche seit je her mit den Zähnen und so bekam ich Physiotherapie verschrieben. Das tat sehr gut und hat ebenfalls geholfen mein System zu beruhigen.

Im Grunde gibt es noch einen dritten Baustein: Ich habe mich mit meiner Vergangenheit auseinander gesetzt und mit den Aspekten, die sich immer noch auf mein Leben auswirken.

Somit war mein Körper und meine Psyche bereit dieses Baby zu empfangen. Ja zu sagen zu diesem kleinen Wunder, dass so schnell zu uns kommen wollte.

Viel schwieriger war da im Vorfeld die Überlegung für uns als Paar: wollen wir versuchen ein Baby zu bekommen?

Herz und Verstand wollten hier angesprochen und gesehen werden. Doch was bleibt ist für mich das Herz, denn das Leben, so sehr ich auch planen möchte, ist einfach unplanbar!

Wie siehst du das? Schreib gerne in einen Kommentar, was für eure Entscheidung ausschlaggebend war: Herz oder Verstand!

Entspannte Eltern – Entspannte Kinder

Entspannte Eltern – Entspannte Kinder

Ich durfte einen Gastartikel bei Julia Amelie Otte schreiben: Entspannte Eltern-Entspannte Kinder.

Schau doch mal rein.

Mich hat dieser Satz bei meiner ersten Tochter sehr getroffen und noch heute wirkt er nach bzw. wird von verschiedensten Menschen hervorgeholt. Nicht nur das Baby was viel schreit, sondern auch später meinen Menschen von außen zu wissen, wesshalb ein Kind so ist wie es ist. Meine Erfahrung mit dem Satz und was geholfen hat findest du in Julias Blog. Ich bin sehr dankbar und froh, dass ich diesen auf ihrer Seite veröffentlichen durfte!